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people & culture in der hospitality

Aktualisiert: 26. Feb.

Was bedeutet People & Culture in der Hospitality-Branche – jenseits von Leitbildern und Lippenbekenntnissen?


People & Culture wird in der Hospitality häufig über Werte, Visionen und Employer-Branding definiert. Auf Websites, in Stelleninseraten, Präsentationen und Leitbildern sind Begriffe wie Wertschätzung, Teamgeist oder Entwicklung allgegenwärtig.


Entscheidend ist jedoch nicht, was formuliert wird, sondern was im betrieblichen Alltag tatsächlich gelebt wird. Unternehmenskultur zeigt sich nicht in Schlagworten, sondern dort, wo Menschen tatsächlich als treibende Kraft des gesamten Geschäftsmodells verstanden werden. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass genau diese Diskrepanz viele Betriebe langfristig schwächt.


Servicequalität entsteht in diesem Verständnis nicht durch Standards allein, sondern durch engagierte Teams, die Beziehungen aufbauen, Verantwortung übernehmen und Erlebnisse aktiv mitgestalten. Unternehmenskultur bedeutet dabei Offenheit, Zugehörigkeit und Wertschätzung unabhängig von Rolle, Herkunft oder Funktion.


Gleichzeitig sollten wir soziale Verantwortung nicht als Zusatz verstehen, sondern als Teil der unternehmerischen Aufgabe. Der entscheidende Punkt dabei ist nicht das Leitbild selbst, sondern die Konsequenz, mit der diese Haltung in Strukturen, Führung und tägliche Entscheidungen übersetzt wird. Erst dort wird aus einem kulturellen Anspruch gelebte People & Culture.


Warum unsere Unternehmenskultur zum strategischen Risiko wird


People & Culture ist in der Hospitality Branche kein neues Thema. Und trotzdem zeigt ein nüchterner Blick auf die Realität: Unsere Branche hinkt, im Vergleich zu anderen Branchen, immer noch hinterher – strukturell, nicht punktuell. Gerne beklagen wir uns über Fachkräftemangel, oder über sogenannte «Culture Clashes» mit der Gen-Z Generation, ohne unsere eigenen, problematischen Strukturen selbst zu verbessern.


Arbeitgeberbewertungen auf diversen Plattformen zeigen seit Jahren, dass die Hospitality im Branchenvergleich insbesondere bei Arbeitsbelastung, Führung und Entwicklungsmöglichkeiten Nachholbedarf hat. Studien und Branchenberichte zum Fachkräftemangel verdeutlichen zudem, dass insbesondere jüngere Generationen veränderte Erwartungen an Arbeitskultur, Entwicklung und Sinnhaftigkeit der Arbeit haben.


People & Culture wird dabei oftmals als alleinige Aufgabe der HR-Abteilung verstanden. Dieser Hebel bleibt zu klein. Führungsteams müssen erkennen, dass ihr eigenes Verhalten und ihre Entscheidungen entscheidend dafür sind, wie das organisatorische Umfeld geprägt wird. Wird die Verantwortung für Kultur an eine einzelne Funktion delegiert, besteht die Gefahr, dass sie auf ein Instrument reduziert wird, statt integraler Bestandteil gelebter Führungspraxis zu sein.


Was können wir tun - jenseits von guten Absichten?


Wenn Führungskräfte sich ihrer eigenen Werte und ihres Verhaltens sowie der daraus resultierenden Wirkung auf andere bewusst sind, kann dies als Katalysator für kulturelle Entwicklung und Transformation dienen.

 

Stellen wir uns die richtigen Fragen:

 

  • Wie werden Menschen langfristig ernst genommen?

  • Gibt es Raum für Entwicklung, oder nur für Funktionieren?

  • Investieren wir in die nachhaltige Arbeitsrealität?

  • Wo zeigt sich Unternehmenskultur in unserem Betrieb ganz konkret: im Leitbild oder im Dienstplan?


Fazit

Die Hospitality Branche steht nicht vor einem Imageproblem, sondern vor einem Kulturentscheid. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel wird Unternehmenskultur zu einem wirtschaftlichen Faktor. Nicht als Idealbild, sondern als Voraussetzung für Stabilität, Qualität und Zukunftsfähigkeit.

 

People & Culture ist kein «nice to have».

Es ist eine strategische Frage und eine, die nicht weiter vertagt werden kann.





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